Avaliação Cachaças degustados (versão em portuguese)

Vem ai a versão em portuguese da lista e da minha avaliação das cachaça degustados nos ultimos 10 anos no brasil.

Nr Cachaça Região Envelecimento Madeira Graduação Nota Pura Nota Caipirinha Commentários
1 21 São Paulo 39,00% 0 parece 51
2 51 São Paulo ———– neutro 39,00% 0 não commentário
3 Atitude Goias 2 anos Carvalho 40,00% 1 não gostei
4 Boazinha Minas Gerais 2 anos Bálsamo 42,00% 3 3 gostos forte madeira Balsamo
5 Bosquete Rio de Janeiro neutro 43,00% 5 6 ok
6 Chico Mineiro Minas Gerais Carvalho 44,00% 4 Puro OK
7 Clandestina Minas Gerais Amburana 44,00% 5 Puro OK
8 Claudionor Minas Gerais 48,00% 4 mais ou menos
9 Coqueiro branco Paraty 3 mêses Amendoim 45,00% 12 12 divino, a melhor
10 Coqueiro ouro Paraty 3 anos Carvalho 45,00% 10 muito bom
11 Corisco Paraty 45,00% 7 7 Pinga de Paraty, mto bom
12 Dona Branca Minas Gerais 42,00% 6 Na caipi todo bem
13 Espirito de Minas Minas Gerais 1 Jahr Carvalho 43,00% 5 8 Caipi mto bom
14 Ferreira Minas Gerais Umburana 44,00% 5 OK
15 Flor do Limão Recife Carvalho 38,00% 0 horrivel
16 Fortuna de Minas Minas Gerais Jequetibá 46,00% 4 todo bem
17 Insinuante Minas Gerais Umburana 48,00% 5 OK
18 Isaura Minas Gerais Carvalho 44,00% 4 não gostei
19 Janeiro Rio de Janeiro 40,00% 5 Sehr gut für milden Caipi
20 Januária Minas Gerais Bálsamo 43,00% 5 caipi ok
21 Lua Cheia Minas Gerais Bálsamo 45,00% 5 ok
22 Lua Nova Minas Gerais 2 anos Umburana 45,00% 5 5 ok
23 Magnifica Rio de Janeiro Carvalho 43,00% 6 2 todo bem
24 Maria da Cruz Minas Gerais Umburana 46,00% 3 6 não gostei
25 Mare Alta Paraty Carvalho 5 bom
26 Maria Izabel Paraty Mind. 1 Jahr Carvalho 42,00% 8 9 bom ,mas já foi melhor
27 Mariana Minas Gerais neutro 50,80% 4 ok
28 Mato Dentro São Paulo Amendoim 42,00% 8 Caipi mto bom
29 Moenda Minas Gerais 42,00% 1 mais ou menos
30 Nega Fulo Rio de Janeiro 43,00% 4 mais ou menos
31 Nega Fulo Rio de Janeiro 43,00% 4 mais ou menos
32 Ouro Mineiro Minas Gerais 44,00% 8 caipi mto bom
33 Pendão Minas Gerais Carvalho 42,00% 7 suave
34 Pitu São Paulo ———– ———- 39,00% 0 não commentário
35 Providencia Minas Gerais Cerejeira 47,00% 5 5 gostos forte madeira
36 Rochinha Rio de Janeiro 2 anos Tapinuã 45,00% 8 7 mto bom caipi ou puro
37 Sapucaia São Paulo 40,00% 2 não gostei
38 Sagatiba São Paulo ———– ———- 38,00% 0 muito ruim!!
39 Samanau Rio Grande 40,00% 6 todo bem
40 Salinas Minas Gerais 2 anos Bálsamo 42,00% 4 6 OK
41 Santo Grau Paraty Paraty 48,00% 10 10 mto bom pinga de paraty
42 Santa Tereza 6 7 caipi ok
43 Seleta Minas Gerais 2 anos Amburana 42,00% 4 4 gosto forte de madeira
44 Serra das Almas 40,00% 3 pinga organica, não gostei
45 Tabua Minas Gerais Jequetibá 42,00% 2 2 mais ou menos
46 Vale Verde Minas Gerais 3 anos Carvalho 40,00% 4 ok, ganhou ranking playboy
47 Vamos Nessa branca Paraty 48,00% 9 9 forte mas gostoso, já foi melhor
48 Vamos Nessa envelhica Paraty 2 anos Carvalho 48,00% 9 puro mto bom, já foi melhor
49 Velha Januária Minas Gerais Bálsamo 48,00% 5 OK
50 Velho Barreiro São Paulo Amburana 39,00% 3 pinga barata, pra caipi ok

Paraty

Paraty (auch Parati) ist eine Stadt in Brasilien  im Bundesstaat Rio de Janeiro  und hat heute etwa 30.000 Einwohner. Sie liegt zwischen Rio de Janeiro und São Paulo, etwa 2 km abseits der Bundessraße 101 von Ubatuba nach Rio. Im Jahre 1958 wurde die historische Altstadt unter Denkmalschutz gestellt. DieParaty Innenstadt ist weitgehend für den Verkehr gesperrt. Die Stadt besticht durch ihre fast vollständig erhaltene historische Architektur aus dem 17. Jahrhundert. Die Häuser sind alle weiß gestrichen mit bunten Fenster- und Türumrandungen.

Die Straßen haben ein sehr unebenes Kopfsteinpflaster, das von Sklaven verlegt wurde. Bei Hochwasser reinigt die Flut einige Gassen. Eines der weißgekalkten Landhäuser, die Villa Boa Vista, (siehe auch Artikel über Cachaça Coqueiro) ist das Geburtshaus der Mutter von Thomas Mann, Julia Mann, die hier die ersten sieben Jahre ihres Lebens verbrachte.

Das Gründungsdatum Paratys ist nicht bekannt. Einige Historiker gehen davon aus, dass bereits zwischen 1540 und 1560 ein Dorf auf dem Berg Vila Velha (Altes Dorf), heute Morro do Forte am Fluss Pereque- Acu existiert habe. Es ist bekannt dass zwischen 1574 und 1578, anlässlich der Schaffung des Generalgouvernements Rio de Janeiro, die Verbindung zwischen Rio und der Kapitanie Sao Vicente intensiviert wurde, und Teile der Bevölkerung aus dieser Kapitanie sich an der zwischen beiden Städten liegenden Küste ansiedelten. Die Guaianás waren zu dieser Zeit bereits Verbündete der Kolonisten und unterstützten diese bei der Jagd und Versklavung anderer Indianerstämme um diese beim Zuckerrohranbau einzusetzen. Die erste urkundliche Erwähnung des Hafens Paraty erfolgte durch den Engländer Anthony Knivet, ein Mitglied der Expedition von Martim Correa de Sá, in 1597.

Jedenfalls existierte das Dorf Paraty bereits anfangs des 17. Jahrhunderts; 1646 erfolgte die Verlegung auf den heutigen Standort zwischen den Flüssen Pereque- Acu und Patitiba. Das Gebiet wurde durch die Dame Maria Jácome de Mello mit der Auflage geschenkt, dort eine Kapelle zu Ehren der Nossa Senhora dos Remédios zu errichten. In 1667 wurde die Ortschaft durch Begehren der Bevölkerung als selbständige Gemeinde „Villa Nossa Senhora dos Remédios de Paratii“ von der Stadt Angra dos Reis getrennt. Trotz der erlangten Selbstverwaltung handelte es sich zu diesem Zeitpunkt noch um eine kleine Gemeinde mit ca. 50 bescheidenen Häusern, gebaut aus Lehm mit Strohdächern.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts werden Gold und Edelsteine in Minas Gerais entdeckt. Wieder werden die von den Indianern angelegten Verbindungswege genutzt, um die Serra da Mantiqueira zu überwinden und in das Landesinnere Brasiliens vorzustoßen. Es dauerte nicht lange, und der alte Weg der Guaianás mit dem Hafen Paraty war in den Goldweg „Caminho do Ouro“ integriert. Nachdem die portugiesische Verwaltung die Entstehung anderer Wege unterband, um sicherzustellen, dass die geförderten Güter unter Kontrolle transportiert wurden, wurde Paraty zum Umschlagplatz in beide Wegesrichtungen – zum Gütertransport nach den Minen und zum Rücktransport des Goldes und zur Verladung auf die Schiffe. Ein Fort auf dem alten Berg sicherte die Stadt vor Angriffen.

Solange diese strategische Lage erhalten werden konnte, nahm Paraty aktiv an der wirtschaftlichen Entwicklung des seinerzeitigen Brasiliens teil. Der Goldzyklus trug erheblich zur Einwanderung portugiesischer Siedler bei, und ein beträchtlicher Anteil derselben ist über Paraty nach Brasilien gekommen. Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts wird somit zur Blütezeit des Städtchens Paraty. Wichtige Bauten fallen in diese Zeit, wie der Bau des Hafenkais, die Kirchen Santa Rita, Nossa Senhora do Rosário, Sao Benedito und Nossa Senhora da Conceicao.

Auch der Sklavenhandel trug zum Reichtum der Stadt bei. Neben den hier ankommenden Siedlern wurden auch Sklaven ausgeladen und in das Landesinnere geschafft.

Mit der Erweiterung der Bevölkerung in den Minengebieten wurde die ausreichende Versorgung mit preiswerten Lebensmitteln zu einem Problem. Die Bevölkerung Paratys begann daraufhin mit der Herstellung von Lebensmitteln für die Minen wie auch für die Stadt Rio de Janeiro. Diese Wirtschaftsgrundlage half der Stadt nachdem 1728 der direkte Weg von Minas Gerais nach Rio de Janeiro, der „Caminho Novo“ (Neuer Weg) gebaut wurde, und Paraty vom Goldtransport ausschloss.

Desgleichen war der Zuckeranbau eine wesentliche Stütze der Wirtschaft. Zucker war seinerzeit auf dem Weltmarkt wesentlich teurer als heute, und so wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts erhebliche Summen in Anbau und Verarbeitung von Zuckerrohr investiert. Während des Höhepunkts der Zuckerproduktion wurden in Paraty über 250 Mühlen (Engenhos) und Destillen gezählt; die hier produzierte „Aguardente“ (Schnaps) war als eine der besten Brasiliens bekannt und wurde zeitweise auch exportiert. „Paraty“ wurde zum Synonym für „Cachaca“.

In den 1950er Jahren wurde der Bau einer befestigten Straße von Rio nach Santos in Angriff genommen. Damit konnte die Region erschlossen werden und das bislang unberührte Paraty konnte sich zu einer Pilgerstätte für Touristen entwickeln.

Die Umgebung ist noch heute teilweise von jungfräulichem Charakter und ist vom Atlantischen Regenwald geprägt. Es gibt mehrere Nationalparks in der Umgebung, die heute zu einer Touristenattraktion geworden sind. Außerdem bieten Fischer Bootstouren aus der Stadtmitte an, die in 1-2 Stunden auf die umliegenden Inseln führen. Hier sind das Baden und Tauchen in kristallklarem Wasser angesagt. Eine weitere Naturattraktion der Umgebung sind diverse Wasserfälle an der Straße nach Cunha..

Ein großer Teil der Gemeinde Paraty ist Naturschutzgebiet, wovon zwei Drittel zum Nationalpark Serra da Bocaina gehören. Paraty ist ein touristisch sehr wichtiger Ort wegen seiner unverdorbenen Kolonialarchitektur, Ausflugsmöglichkeiten in den Urwald der Mata Atlântica und der umliegenden Strände, die bedeutsamsten sind Paraty-Mirim und Trindade, welches nur über eine steile Straße durch den tropischen Regenwald zu erreichen ist. Die Grenze zum Bundesstaat São Paulo ist von hier nicht weit entfernt.

Paraty liegt in der Bucht die von Angra dos Reis bis nach Paraty bzw. Trindade reicht. In dieser Bucht liegen ca. 60 Inseln, einige davon im Privatbesitz sowie ca. 300 Strände, viele davon nur über das Wasser erreichbar.

Es gibt in der Altstadt hervorragende Restaurants mit internationaler und brasilianischer Küche.

Während des Jahres finden viele Festivale statt, wie z.B. die FLIP und Festa da Pinha (Cachça-Fest)

Cachaça Coqueiro

Besuch der Cachaça-Destilierung   Coqueiro in Paraty

Caipiman bei Cachaça CoqueiroWie bereits an andere Stelle gesagt, gibt es in Brasilien ca. 6000 verschiedene Hersteller, desCachaça Coqueiro Paraty Zuckerrohrschnappses Cachaça. Der älteste, wenn auch nicht grösste Produktionsort liegt im im 17. Jahrhundert gegründeten Kolonialstadt Paraty, ca. 250 km südlich von Rio de Janeiro, an der Grenze zum Bundesstaat São Paulo. Zwischen tropischen Regenwald und Meer gelegen, Geburtsort der brasilianischen Mutter von Thomas Mann, beheimatete bereits ca. 150 Destilierungsbetriebe, von denen heute nur noch 6 übriggeblieben sind. In diesem Kleindestilierungsbetrieben wird nach alten überlieferten Familienrezepten eine der besten Cachaças Brasiliens hergestellt:

Coqueiro

Eduardo Mello, der Inhaber der Marke und heutige Besitzer wurde auf der Fazenda Boa Vista geborenEduardinho, in der schon Julia Mann ihre Kindheit verbracht hat. Dort wurde seit 1803 Cachaça hergestellt. Aufgewachsen zwischen Holzfässern und Destilierungsgeräten wurde er zu einem grossartigen Cachaça-Kenner, seinem Vater und Grossvater folgenden, die einige in der damaligen Zeit berühmten Marken wie z.B. „Quero Essa“ herstellt, kaufte Eduardinho, wie er genannt wird, von Ormindo Brasil, die Marke Coqueiro, nimmt einige Veränderungen am Familienrezept vor und verbessert die Marke Coqueiro um einiges.

Die Fazenda Boa Vista wurde verkauft, ist mittlerweile leider in einem sehr bedauerlichenFazenda Boa Vista Paraty 2008
Zustand, und der Cachaça wird auf der Fazenda Cabral, ca. 6km entfert von Paraty,
wie es scheint Mitten im Urwald auf einem sehr schönen, ca 1 km von der Hauptstrasse entferten, Gelände hergestellt.

Herstellung:

  1. Fermentierung
    Cachaça wird wie bereits erwähnt aus frischem Zuckerrohrsaft hergestellt.Eduardo Mello überprüft die Fermentierung des Zuckerrohrsaftes
    Die Zuckerohrpflanze, wird wenige Stunden (damit sich keine Pilze bilden) nach der Ernte ausgepresst und der frischen Saft ein Eisenfässern mit natürlicher Hefe zum Fermentieren gebracht. Dieser Vermentierungsprozess dauert ca. 24 Stunden. Je Höher der Zuckergehalt der Pflanze und des ausgepressten Saftes ist, desdo Höher auch der Alkoholgehalt des fermentierten Safts.
  2. Destilierung
    Anschliessend wird der Saft mit Holzfeuer in einem Kupferkesse
    Kupferkessel Cachaça Coqueirorn erhitzt und durch ein spezielles Kühlverfahren wieder zum Erkalten gebracht. Durch diese Kondensierung entsteht der Schnaps, also durch Fermentieryung und anschliessende Destilierung. Und so tropt er aus dem Kupferkessel. Daher stammt auch die Bezeichnung Pinga, von pingar, also tropfen.
  3. Es werden von der Destilierung aber nur das sog. Herzstück, ca. 70% verwendet. Die ersten 15% und die letzten 15% der Destilierung sind nicht zum Genuss geeignet.
  4. Nun wird der frische Cachaça fur 3 Monate in Ernussholzfässern, die die Qualität und Farbe nicht verändert gelagert und ist dann zur Abfüllung in Verbrauch bereit.
  5. Ein andere Teil des Cachaças wird nun für ca. 3 Jahre in Eichenholzfässern gelagert und verändert ein bischen seinen Geschmack und nimmt eine leichte gelbliche Tönung an.

Warum ist Coqueiro also nun so besonders?

  • aus der besondern Sorfgalt und Higiene bei der Herstellung
  • er ist der erste Cachaça Brasiliens, der vom Landwirtschaftsministeriums als Excelent bewertet wurde
  • er so schmeckt, wie Cachaça schmecken soll, nach Zuckerrohr! Und nichts anderem, weder Alkohol, noch übertrieben nach Holz
  • Das Wissen von meheren Jahrhunderten Cachaçaherstellung
  • Der Segler Amyr Klink hatte bei seiner Weltreise eine Flasche Coqueiro dahei
  • Cachaça-Experte und Buchautor Marcelo Camara bezeichnet Coqueiro als den besten und seinen Lieblings-Cachaça

Caipiman u. Eduardo Mello - Cachaça CoqueiroCaipiman + Eduardo Mello

Caipiman bei Cachaça CoqueiroCaipiman bei Coqueiro zwischen den Destilierungsfässern

Prost!

Cachaça-Festival in Paraty

Jedes Jahr Ende August findet in Paraty, 250km südlich von Rio de Janeiro das traditionelle Cachaça-Festival statt.Während 4 Tagen und Nächten kann man die diversen lokalen Cachaça-Sorten der teilnehmen Hersteller probieren und neben kulinarischen Köstlichkeiten auch braslianische Bands mit ihren Shows ansehen.

festival pinga paraty coqueiro

Das Fest 2008 (vom 21 bis 24. August) ist bereits das 26te Fest seit seiner Gründung im Jahr 1972. Der Historiker Diuner Mello berichtet, dass die Idee vom „Gringo“ Douglas Reid stammt, einem Amerikaner, der es Paraty so gut gefallen hat dass er dort seinen eigenen Cachaça herstellen wollte, u.a auch für den amerikanischen Markt.

Um nicht nur „wildes Besaufen“ anzubieten, wird jedes Jahr eine Fischerstadt aufgebaut und Zelte die die lokale Kultur vorstellen sollen. Auch ein Cocktail-Wettbewerb findet statt.

festival pinga paraty coqueirofestival pinga paraty coqueirofestival pinga paraty
Die angebotenen Cachaças sind: weisser tradionioneler, gealterter, Bananenlikör, etc. Um zu probieren muss man ein kleines Krügerl für knapp 1 Euro kaufen und kann damit 3 mal etwas probieren. Unter den teilnehmenden Herstellern sind Coqueiro und Corisco, die zu den besten Cachaças brasiliens gehören

Caipirinha

Caipirinha dürfte so alt sein wie der Cachaça selbst, also einige Hundert Jahre. Da die ersten Schnapsproduzenten und Konsumenten an den Küsten Brasiliens viele Früchte wie z.B. Orangen und Limonen zur Verfügung hatten, lag es wohl nicht fern diese zusammen mit Honig und Zucker zu vermischen. Bereits sich 1856 sollen englische Seeleute am Strand von Laranjeiras (Orangenstrand) in der Nähe von Party, wohl ihre Drinks mit dem in Paraty heregestellten Cachaça „gemixt“ haben.

Naja die Herstellung ist einfach und bereits bekannt. Auch wenn einige in Deutschland gerne etwas grössere Caipis machen, kommt hier das Rezept für ein normales 300ml-Starndard-Brasilien-Glas:

  1. Limone vierteln und die das weisse innere entfernen
  2. in einem Glas mit 2 Teelöffeln ausdrücken
  3. einige Eiswürfel in das Glas
  4. 100 ml weisser Cachaça
  5. mit einem kleinen Rührstab umrührten
  6. FERTIG!!!
  7. Prost!

01-01-08_22251.jpg 02-02-08_21331.jpgCaipiman und Caipi-Mike

Cachaça – Zuckerrohrschnaps

Der Zuckerrohrschnaps, genannt Cachaça, wird ausschliesslich in Brasilien hergestellt. Er hat wie Rum das Zuckerrohr als Basispflanze, die Herstellung ist jedoch grundverschieden. Während beim Rum die Melasse, also das was bei der Herstellung von Zucker übrig bleibt unter Beimischung von Wasser verwendet wird, wird Cachaça aus frischem Zuckerrohrsaft (bras. Caldo de cana) hergestellt.

herstellung zuckerrohrschnaps

Der frisch ausgpresste Saft wird zunächst in Edelstahlfässern mit Hefe zum Gären gebracht und anschliessend destiliert. Die Destilierung ensteht durch Erhitzen des gegärten Saftes und anschliesende Kühlung (Kondensierung) wobei der frische Schnaps aus den Destilierapparat tropft.

Es hört sich recht einfach an, es gibt jedoch gewaltige theoretische und praktische Unterschiede.

Die in Deutschland und den meissten Teilen bekannten Billigcachaças werden in riesigen Destilieranlagen, in denen das Zuckerrohr aus den verschiedensten Teile des Landes geliefert wird hergestellt. Um einen einheitlichen Geschmack zu erhalten, wird ausserdem Wasser und Zucker beigefügt. Bei dem verwendeten Zuckerrohr, der unter Anbrennung der Felder gewonnen wird, wird die ganze Pflanze ausgepresst. Die grossen Betriebe stellen viele Tausend Liter pro Tag her.

Im Gegensatz dazu gibt es auch den sog. Cachaça artesanal, in denen die Zuckerrohrplanzen meisst auf eigenen Feldern angeplanzt und ohne Brennungen abgeholzt werden. Bei der Gärung wird natürliche Hefe benutzt und nach ca. 24-48 Stunden der Destilierungsprozess eingeleitet. Vom destilierten Schnaps wird jedoch nur das Mittelstück, das sog. Herzstück (ca. 30%) der Produktion verwendet. Die anderen teilweise gesundheitsschädlichen 70% der Destilierung werden weggeworfen.


(Gärung des Saftes mit natürlicher Hefe)

Je nach Art des Cachaças wird dieser zunächst 3 Monate in bestimmten Holzfässern (wie z.. Erdnussholz gelagert und dann abgefüllt. Hierbei hanhelt es sich um weissen, frischen traditionellen Cachaça, die perfekte Zutat für einen Caipirinha.

Wird ein gealterter Cachaça gewünscht, erkennbar an der leicht getönten Farbe wird er nun für ca. 3 Jahre in Eichenfässern gelagert und dann abgefüllt. Die Holzart der Fässer ist massgebend für den späteren Geschmack des Cachaças. Einige Holzarten eignen sich besser als andere, das sie unterschiedliche Geschmachsstoffe des Holzes an den Schnaps agbeben.

alterung cachaça in holzfässern

Die normale Alterungszeit sind 2-3 Jahre. Einige Hersteller lagern die Fässer übger einen noch grösseren Zeitraum, wobei nach 6 Jahren nichts mehr vom ursprüngichen Cachaçageschmack übrig ist.

Es gibt in Brasilianen ca. 6000 verschiedene Cachaças. Viele offizielle Marken, aber auch einige nicht offiziel eingetragene Marken.

Die bekanntesten Marken kommen aus den Bundesstaaten São Paulo und Minas Gerais der die meissten Hersteller beheimatet.

Der tradionsreichere Bundesstaat ist jedoch Rio de Janeiro, vor allem in der Kolonialstadt Paraty, im Süden von Rio. Dort wird bereits seit 300 Jahren Cachaça hergestellt. Einige der heutigen Hersteller sind direkte Nachfahren der ersten Schnapsbrenner und überliefern die Geheimnisse der Herstellung von Generation zu Generation.

Minas Gerais pflegt mehr die Tradition der getönten gealterten Cachaças, Paraty jedoch wird von vielen Experten als der besser Schnaps bewertet. (Siehe übersicht der Cachaças im Eintrag vom 06.02.2008)

Einteilung der Cachaças:

Industriel hergestellte Billigcachças: bekannte Marken, 51, Pitu, Velho Barreito etc.
handwerklich hergestellte hervorragende Marken: Coqueiro, Corisco, Mato Dentro, Magnifica, Rochina, Espirito de Minas, etc.

Einteilung der Marken anhand Alkoholgehalt:

38-40 % einfache Cachaças (viele davon Billigcachaças)
41-42 & mittlere Cachaças
43-51 % starke Cachaças (wobei gesetzlich der Höchstwert 45% ist)

Willkommen

in meinem neuen Blog über Caipirinha, Cachaça, Brasilien und sicherliche viele interessante Themen. Dieses Blog ist gerade am entstehen und wird in den nächsten Tagen ausgebaut. Es sollte daher bald eine Menge Texte online sein. Also immer mal wieder vorbeischaun …caipirinha mit cachaça coqueiro weiterlesen

Ranking getesteter und bewerteter Cachaças -Update 2009

Wie schon seit längerer Zeit versprochen, gibts jetzt die bereits Mitte 2007 erstellte Liste aller von mir in den letzten Jahren probierten Cachaça Sorten, mit meinen Noten (von 1 = sehr schlecht bis 10 super gut ) /Kommentaren zum PUR trinken und im CAIPIRINHA. Jeder hat einen eigenen Geschmack, aber in den nächsten Tagen gibt es einen weiteren Eintrag mit einigen weiteren Kommentaren zur Herstellung und Kommentaren zur einzelnen Cachaça-Marken die die Kommentare besser erklären. Da ich natürlich nicht alle in der letzten Woche probiert habe kann es natürlich sein, dass manche Kommentare bei einem weiteren Test evt. geändert werden, da manchmal ein erheblicher Unterschied zwischen verschiedenen Ernten, Herstellungs- und Lagerungsprozessen liegt. Diese übersicht wird ständig bearbeitet.

Hier nun die übersicht in alfabethische Reihenfolge:


Cachaça Region Reifezeit Holz Alk Note Pur Note Caipi Kommentar 2007









1 21 São Paulo

39,00%
1 Schmeckt wie 51
2 51 São Paulo ———– Neutral 39,00%
1 Kein Kommentar!
3 Atitude Goias 2 Jahre Carvalho (Eiche) 40,00%
1 Hat mir nicht so geschmeckt
4 Boazinha Minas Gerais 2 Jahre Bálsamo 42,00% 3 3 Schmeckt zu stark nach Holz Balsamo
5 Bosquete Rio de Janeiro
Neutral 43,00% 5 6 Recht lecker, auch im Caipi
6 Chico Mineiro Minas Gerais
Carvalho (Eiche) 44,00% 4
Pur OK
7 Clandestina Minas Gerais
Amburana 44,00% 5
Pur OK
8 Claudionor Minas Gerais

48,00% 4
Naja
9 Coqueiro branco Paraty 3 Monate Amendoim 45,00% 12 12 Göttlich pur/Caipi, der Beste!!!
10 Coqueiro ouro Paraty 3 Jahre Carvalho (Eiche) 45,00% 10
Pur sehr gut
11 Corisco Paraty

45,00% 7 7 Cachaça aus Paraty, sehr gut!
12 Dona Branca Minas Gerais

42,00%
6 Im Caipi recht gut
13 Espirito de Minas Minas Gerais 1 Jahr Carvalho (Eiche) 43,00% 5 8
14 Ferreira Minas Gerais
Umburana 44,00% 5
OK
15 Flor do Limão Recife
Carvalho (Eiche) 38,00% 0
Sehr schlimm!!
16 Fortuna de Minas Minas Gerais
Jequetibá 46,00% 4
Auch OK
17 Insinuante Minas Gerais
Umburana 48,00% 5
OK
18 Isaura Minas Gerais
Carvalho (Eiche) 44,00% 4
Nicht so mein Geschmack
19 Janeiro Rio de Janeiro

40,00%
5 Sehr gut für milden Caipi
20 Januária Minas Gerais
Bálsamo 43,00% 5

21 Lua Cheia Minas Gerais
Bálsamo 45,00% 5 Caipi geht
22 Lua Nova Minas Gerais 2 Jahre Umburana 45,00% 5 5 Recht lecker, auch im Caipi
23 Magnifica Rio de Janeiro
Carvalho (Eiche) 43,00% 6 2 Pur gut, Caipi fruchtiger Geschmack
24 Maria da Cruz Minas Gerais
Umburana 46,00% 3 6 Naja
25 Mare Alta Paraty
Carvalho (Eiche)
5
In Ordnung
26 Maria Izabel Paraty Mind. 1 Jahr Carvalho (Eiche) 42,00% 8 9 Ist OK, war schon mal besser
27 Mariana Minas Gerais
Neutral 50,80% 4
Naja
28 Mato Dentro São Paulo
Amendoim 42,00%
8 Caipi sehr gut, Zuckerrohrgeschmack
29 Moenda Minas Gerais

42,00%
1 Naja naja
30 Ouro Mineiro Minas Gerais

44,00%
8 Im Caipi sehr gut, nur gibts in BR nirgends
31 Pendão Minas Gerais
Carvalho (Eiche) 42,00% 7
Recht mild und lecker
32 Pitu São Paulo ———– ———- 39,00%
0 Kein Kommentar!
33 Providencia Minas Gerais
Cerejeira 47,00% 5 5 Starker holzgeschmack
34 Rochinha Rio de Janeiro 2 Jahre Tapinuã 45,00% 8 7 Sehr gut pur und Caipi
35 Sapucaia São Paulo

40,00% 2
Eher nicht so
36 Sagatiba São Paulo ———– ———- 38,00%
0 Pfui! Mehrmals destiliert, kein Geschmack !
37 Samanau Rio Grande

40,00% 6
Nur einmal probiert, in Ordnung
38 Salinas Minas Gerais 2 Jahre Bálsamo 42,00% 4 6 OK
39 Santo Grau Paraty Paraty

48,00% 6 6 Safra 2006 ist nicht mehr so gut … flasche Lagerung
40 Santa Tereza



6 7 Caipi geht
41 Seleta Minas Gerais 2 Jahre Amburana 42,00% 4 4 Wie Boazinha- starker holzgeschmack
42 Serra das Almas


40,00% 3
Bio Cachaça, leider nicht geschmeckt
43 Tabua Minas Gerais
Jequetibá 42,00% 2 2 Naja
44 Vale Verde Minas Gerais 3 Jahre Carvalho (Eiche) 40,00%
4 Ok, hat Playboy Ranking gewonnen
45 Vamos Nessa branca Paraty

48,00% 9 9 wird nicht mehr hergestellt
46 Vamos Nessa envelhica Paraty 2 Jahre Carvalho (Eiche) 48,00% 9
wird nicht mehr hergestellt
47 Velha Januária Minas Gerais
Bálsamo 48,00% 5
OK
48 Velho Barreiro São Paulo
Amburana 39,00%
3 Billig Cachaça, mir richtiger Limone als Caipi Ok

IM000342Die hervorgehobenen Marken sind die meiner Meinung nach Besseren in Bezug auf Geschmack, Qualität und Preis/Leistungsverhältnis. Einige werden nur direkt beim Hersteller verkauft und sind im brasilianischen Handel kaum erhältlich, nicht zu sprechen von Deutschland.Liste wird ständig erweiteret, und im Laufe der Zeit mit den Links der Hersteller versehen, soweit vorhanden, also immer wieder mal reinsehen, Wenn ein weiterer interessanter Schnaps gefunden wurde werde ich berichten, denn es gibt in Brasilien an die 6000 (!) verschiedene Cachaças bzw. Hersteller. Also es gibt einiges zu tun!

Bearbeitung/Stand: 19/10/2009

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